Rückerstattung der Krankheitskosten

Anspruchsvoraussetzungen

Für die Rückerstattung der ausgewiesenen Krankheits- und Behinderungskosten muss eine Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung vorliegen. Bei einem Anspruch auf eine jährliche EL werden die vergütbaren Krankheits- und Behinderungskosten zurückgezahlt. Bei einer Ablehnung der jährlichen EL, aufgrund eines Einnahmenüberschusses, werden die vergütbaren Krankheits- und Behinderungskosten nach Abzug des Einnahmenüberschusses zurückgezahlt.

Die Behandlung bzw. der Kauf muss in einem Zeitpunkt erfolgt sein, als ein Anspruch auf eine AHV/IV-Rente, eine Hilflosenentschädigung der IV oder ein Taggeld der IV während mindestens 6 Monaten bestand und bei Ausländern, Flüchtlingen und Staatenlosen die Karenzfrist erfüllt war

Die Kosten müssen der EL-beziehenden Person oder den in die Berechnung der jährlichen EL einbezogenen Versicherten grundsätzlich selber erwachsen sein.

Ein Anspruch auf die Vergütung besteht nur, soweit nicht andere Versicherungen (Krankenkasse / Unfall-, Haftpflicht- oder Invaliditätsversicherung, usw.) für die Kosten aufkommen.

Vergütbar sind nur in der Schweiz entstandene Kosten. Im Ausland entstandene Kosten können ausnahmsweise berücksichtigt werden, wenn sie während eines Auslandaufenthaltes notwendig wurden oder wenn die medizinisch indizierten Massnahmen nur im Ausland durchgeführt werden konnten.

Einreichung / Frist

Die vollständigen Unterlagen reichen Sie bitte bei der zuständigen AHV-Zweigstelle ein. Die Rückvergütung der Kosten muss innert 15 Monaten seit der Rechnungsstellung beantragt werden.

Rechnungsdatum

Die ausgewiesenen Krankheits- und Behinderungskosten werden für das Kalenderjahr vergütet, in dem die Rechnungsstellung erfolgt ist.

Vergütbare Krankheits- und Behinderungskosten

  • Kostenbeteiligung der Krankenkasse aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Franchise und 10% Selbstbehalt) bis zum Betrag von jährlich CHF 1'000.00 / Kinder CHF 350.00
  • Zahnbehandlungen : wirtschaftliche und zweckmässige Versorgung / siehe auch Rubrik "Zahnärztliche Behandlungen"
  • Pflege und Betreuung zu Hause oder in Tagesstätten / siehe auch Rubrik "Pflege und Betreuung durch Familienangehörige / angestellte Pflegekräfte"
  • Hilfe im Haushalt (Spitex / private Institutionen / Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben)
  • Entlastungsaufenthalte in einem Heim oder Spital
  • Ärztlich angeordnete Bade- und Erholungskuren
  • Ausgewiesene Mehrkosten für eine medizinisch erforderliche Diät zu Hause
  • Transporte zu einer nächstgelegenen Behandlungsstelle
  • Kosten für Pflegehilfsgeräte: Aufzugständer, Badelift, Elektrobett, Krankenheber, Nachtstuhl
  • Kosten für Hilfsmittel, die durch die AHV teilfinanziert werden (Gesichtsepithesen, Hörgeräte, Lupenbrillen, Perücken, Rollstühle, orthopädische Mass-Schuhe und Serien-Schuhe, Sprechhilfe-Geräte)
  • Kosten für Starbrillen oder Kontaktlinsen nach Staroperation, kostspielige orthopädische Änderungen von Konfektionsschuhen, Notrufsystem etc.

Bei Schwierigkeiten finanzieller Natur steht Ihnen die Pro Infirmis oder Pro Senectute auf Anfrage hin beratend zur Verfügung.

Höchstbeträge für die Vergütung

Für ausgewiesene Krankheits- und Behinderungskosten können pro Kalenderjahr zusätzlich zu den jährlichen Ergänzungsleistungen höchstens folgende Beträge vergütet werden :

Alleinstehende CHF 25'000.00
Ehepaare CHF 50'000.00
Heimbewohner CHF 6'000.00

Für zu Hause wohnende Personen mit einem Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der IV oder der Unfallversicherung erhöht sich der Betrag, soweit die Kosten für Pflege und Betreuung durch die Hilflosenentschädigung nicht gedeckt sind.

Zahnärztliche Behandlungen

Zahnbehandlungskosten werden rückerstattet, sofern die EL-Kriterien einer wirtschaftlichen und zweckmässigen Ausführung erfüllt sind. Die Behandlung muss von Zahnärztinnen und Zahnärzten durchgeführt werden, die über eine kant. Bewilligung zur selbstständigen Berufsausübung des Kantons verfügen, in dem sie ihre Tätigkeit ausüben.

Sind die Kosten der geplanten Zahnbehandlung voraussichtlich höher als CHF 1'500.00, ist vor der Behandlung ein Kostenvoranschlag mit Zahnappell einzureichen. Auch bei geplanten Versorgungen mit Wurzelbehandlungen, Kronen, Implantate, Inlays, Onlay, Brücken, Wurzelstiftkappen ist es empfehlenswert, vorgängig einen Kostenvoranschlag mit Zahnappell zur Prüfung einzureichen. Die vollständigen Unterlagen leiten wir an unsere Abklärungsstelle (Universität Bern / Zahnmedizinische Kliniken) weiter.

Die Rechnung ist entsprechend den Tarifpositionen nach UV/MV/IV-Tarif einzureichen und muss Auskunft über die Nummer des Zahnes, Tarifziffer, Menge, Behandlungsart, Anzahl Taxpunkte und Taxpunktwert enthalten. Der Patient und die Patientin bleiben gegenüber dem Zahnarzt und der Zahnärztin Auftraggeber/in und Honorarschuldner/in.

Merkblatt Zahnbehandlungen
Zahnformular Ergänzungsleistungen
Zahnformular Complianceattest 
Abklärung der Kosten für Kieferorthopädie

Pflege und Betreuung durch Familienangehörige

Für die von Familienangehörigen erbrachte notwendige Grundpflege wie Mund- und Körperpflege, Betten, Lagern, Mobilisieren etc. wird mit CHF 25.00 pro Stunde und höchstens CHF 9'600.00 pro Jahr vergütet, wenn die oder der Familienangehörige nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen ist.

Die von den EL-Krankheitskosten anerkannten Betreuungsmassnahmen (Zeitaufwand für Kontrollgänge, Spaziergänge etc.), werden mit einem Stundenansatz von CHF 25.00 und höchstens im Umfang der Erwerbseinbusse vergütet. Der Nachweis der tatsächlichen Erwerbseinbusse muss vorhanden sein.

Im Einzelfall können wir die Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit von Leistungen durch Fachstellen abklären lassen.

Erfolgt eine Kostenübernahme der notwendigen Grundpflege und der Betreuungsmassnahmen durch die EL-Krankheitskosten, stellt dieses Entgelt ein steuerbares Ersatzeinkommen dar, was in der Steuererklärung unter Ziffer 2.25 als steuerbare Einkünfte zu deklarieren ist.

Bedarfsabklärung AKB Pflege Familienangehörige
Bedarfsabklärung AKB Hilfe und Betreuung Familienangehörige

Pflege und Betreuung durch angestellte Pflegekräfte

Kosten für arbeitsvertraglich direkt angestelltes Personal für Pflege und Betreuung werden zu Hause wohnenden Bezügerinnern und Bezügern einer Hilflosenentschädigung für schwere oder mittlere Hilflosigkeit vergütet, wenn die benötigten Leistungen nicht durch einen Spitexdienst erbracht werden kann. Dies ist mittels einer schriftlichen Stellungnahme des Spitexdienstes zu dokumentieren.

Bedarfsabklärung AKB Hilfe und Betreuung angestellte Pflegekraft

Haushaltarbeiten

Leisten nicht anerkannte Spitex-Organisationen, Drittpersonen oder Familienangehörige die notwendigen Haushaltarbeiten (Kochen, Putzen, Waschen, usw.), können die in Rechnung gestellten ausgewiesenen Kosten höchstens bis zu CHF 4'800.00 jährlich vergütet werden.