Betreuungsgutschriften

Allgemeines

Ziel der Betreuungsgutschriften ist, Personen eine höhere Rente zu verschaffen, die sich um pflegebedürftige Verwandte kümmern. Es handelt sich nicht um eine Leistung, die regelmässig in bar ausbezahlt wird, sondern um eine Gutschrift im individuellen Konto der pflegenden Person, welche bei der Berechnung der Alters- oder Invalidenrente mit eingerechnet wird.

Anspruchsberechtigung

Folgende Bedingungen müssen zum Anspruch auf Betreuungsgutschriften erfüllt sein :

  • Wohnung : die pflegende Person muss im gleichen Haushalt leben wie die pflegebedürftige Person, im gleichen Gebäude oder in einem Gebäude auf der gleichen Parzelle oder einem Nachbargrundstück.
    Seit 2012 können Betreuungsgutschriften neu auch dann angerechnet werden, wenn die pflegebedürftige Person in der Nähe wohnt. Bedingung: Die pflegende Person wohnt nicht mehr als 30 Kilometer von der pflegebedürftigen Person entfernt oder braucht nicht länger als eine Stunde, um den entsprechenden Weg zurückzulegen;
  • Verwandschaft : Pflegende und pflegebedürftige Person müssen nahe Verwandte sein (Ehegatte, Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Grosseltern, Schwiegereltern, Kinder);
  • Pflegebedürftigkeit : die pflegebedürftige Person muss Anspruch auf eine Hilflosenenstschädigung mittleren oder schweren Grades haben. Siehe auch Informationen im Merkblatt der Informationsstelle AHV : 3.01 - Altersrenten und Hilflosenentschädigungen der AHV;
  • Erziehungsgutschriften : keine Gutschrift wird gewährt, wenn die pflegende Person in den Genuss von Erziehungsgutschriften kommt (Kinder unter 17 Jahren);
  • Versicherteneigenschaft : Betreuungsgutschriften werden nur an Personen ausgerichtet, welche der obligatorischen Beitragspflicht der AHV unterstehen.

Diese Bedingungen müssen alle gleichzeitig erfüllt sein.

Bemerkungen

  • Anspruchskonkurrenz : eine gepflegte Person gibt nur Anrecht auf eine einzige Betreuungsgutschrift pro Jahr. Wenn sich zwei oder mehrere Personen um eine pflegebedürftige Person kümmern, erhalten alle Gutschriften. Diese werden jedoch unter allen Anspruchsberechtigten aufgeteilt;
  • Aufteilung : wenn eine verheiratete Person Anspruch auf Betreuungsgutschriften hat, werden diese mit ihrem Ehegatten aufgeteilt, vorausgesetzt, dass beide der AHV-Beitragspflicht unterstehen;
  • Kompetenz : nur kantonale Ausgleichskassen können Gutschriften zuerkennen.

Einreichung des Gesuchs

Das Gesuch um Betreuungsgutschriften ist am Ende eines jeden Jahres mit offiziellem Formular direkt bei der kantonalen Ausgleichskasse des Wohndomizils der betreuten Person einzureichen. Das Gesuch um Gutschriften muss von der betreuenden und der betreuten Person unterzeichnet sein. Alle notwendigen Beilagen sind dem Gesuch beizulegen, wie offizielle Identifikationspapiere, wie die Kopie des Familienbüchleins, Wohnsitzbescheinigung usw. Wenn die anspruchsberechtigte Person ihr Gesuch nicht innert 5 Jahren einreicht, verwirkt der Anspruch und die Gutschrift kann bei der Berechnung der AHV-Rente nicht berücksichtigt werden.

Merkblatt

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt der Informationsstelle AHV :