Fragen / Antworten

Ab welchem Alter muss man Beiträge bezahlen ?

Beiträge müssen von allen Personen entrichtet werden ab dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag. Die einzige Ausnahme betrifft verheiratete Personen, die nicht erwerbstätig sind und deren Ehepartner das Rentenalter noch nicht erreicht hat (64 Jahre für eine Frau und 65 Jahre für einen Mann) erwerbstätig im Sinne der AHV ist und den doppelten Mindestbeitrag bezahlt, zur Zeit CHF 964.00 im Jahr (gültig seit 1. Januar 2019). Für erwerbstätige Personen beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach dem 17. Geburtstag.

Ich bin dabei, mich selbständig zu machen. Was für Beiträge muss ich bezahlen ?

Die persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge von Selbständigerwerbenden werden aufgrund der in der Buchhaltung ermittelten Einkommen berechnet. Sie werden anfangs Jahr durch die Ausgleichskasse provisorisch festgesetzt und können auf Gesuch hin während des ganzen Jahres und anhand der Einkommensentwicklung angepasst werden. Definitiv festgesetzt werden die Einkommen, wenn die Steuertaxation für das betreffende Jahr rechtskräftig geworden ist. Der Beitragssatz beträgt 9,65% des Einkommens und sinkt bis 5,196% für Einkommen unter CHF 56'900.00 jährlich.

Ich bin Arbeitgeber und habe die Beiträge, die ich meinem Angestellten vom Lohn abgezogen habe, nicht bezahlt : Was wird passieren ?

Wenn die Ausgleichskasse nach Abschluss des Betreibungsverfahrens die geschuldeten Beiträge nicht eintreiben konnte, wird sie beim Gericht eine Strafanzeige einreichen, was mit hohen Bussen oder sogar Gefängnis verbunden ist. Sind Sie handelndes Organ einer juristischen Person, die in Konkurs gefallen ist und deren Beiträge unbezahlt sind, haben sie nebst der Strafanzeige ein Schadenersatzverfahren zu gewärtigen, bei welchem die Kasse ihren Verlust bei Ihnen eintreiben will.

Kann ich eine Betreibung löschen lassen ?

Die Ausgleichskasse des Kantons Bern zieht zu Recht erhobene Betreibungen grundsätzlich nicht nachträglich zurück.

Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) sieht in Artikel 8 vor, dass die Betreibungsämter ein Register zu führen haben, dessen Inhalt für Dritte beweiskräftig ist. Fehlerhafte Eintragungen werden von Amtes wegen und ohne Antrag der betroffenen Person korrigiert. Gemäss Artikel 8a SchKG können Dritte Auszüge anfordern, sofern Sie glaubhaft machen, dass sie daran ein Interesse haben. Das Amt hat allerdings Informationen nicht weiterzuleiten, wenn eine Betreibung nichtig ist, aufgrund einer Beschwerde oder eines Urteils aufgehoben worden ist, ein Schuldner mit einer Rückforderungsklage obsiegt hat oder der Gläubiger die Betreibung zurückgezogen hat. Dieses Einsichtsrecht erlischt 5 Jahre nach Abschluss des Verfahrens. Ist eine Person mit diesem Entscheid oder dessen Inhalt nicht einverstanden, so kann sie gemäss Artikel 17 SchKG innert 10 Tagen Beschwerde einreichen.

Für eine zu Recht eingeleitete Betreibung besteht deshalb kein Grund, diese nachträglich zurückzuziehen, als ob sie zu Unrecht eingeleitet worden wäre. Durch die Löschung einer zur Recht eingeleiteten Betreibung, wird der Wahrheitsgehalt des Betreibungsregisters verfälscht.

Ausnahmsweise und auf begründetes schriftliches Gesuch hin, zieht die Ausgleichskasse des Kantons Bern Betreibungen zurück, sofern es die erste Betreibung der Ausgleichskasse des Kantons Bern ist und auf dem Betreibungsregisterauszug innerhalb der letzten 2 Jahre ansonsten keine weiteren Betreibungen eingetragen sind. Der Betreibungsregisterauszug ist dem Gesuch beizulegen. Fehlt diese Beilage, wird das Gesuch weder behandelt noch beantwortet.