Fragen / Antworten

Ab welchem Alter muss man Beiträge bezahlen ?

Beiträge müssen von allen Personen entrichtet werden ab dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag. Die einzige Ausnahme betrifft verheiratete Personen, die nicht erwerbstätig sind und deren Ehepartner das Rentenalter noch nicht erreicht hat (64 Jahre für eine Frau und 65 Jahre für einen Mann) erwerbstätig im Sinne der AHV ist und den doppelten Mindestbeitrag bezahlt, zur Zeit CHF 964.00 im Jahr (gültig seit 1. Januar 2019). Für erwerbstätige Personen beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach dem 17. Geburtstag.

Ich werde einige Zeit verreisen. Was passiert mit meinen Beiträgen ?

Ein Versicherter, der ins Ausland geht, ohne sich dort an einem bestimmten Ort niederzulassen und ohne eine Erwerbstätigkeit auszuüben, kann bei der schweizerischen AHV Beiträge abrechnen, indem er sich vor der Abreise bei der für seinen Wohnort zuständigen Ausgleichskasse meldet. Bis zu seiner Rückkehr wird er als Nichterwerbstätiger erfasst werden.

Anmeldung für Nichterwerbstätige 
Anmeldung für Erlassfall (Nichterwerbstätige)
Gesuch um Anrechnung der AHV/IV/EO-Beiträge, die vom Erwerbseinkommen bezahlt wurden für Versicherte, die als Nichterwerbstätige gelten

Ich werde einige Jahre ins Ausland verreisen. Kann ich weiterhin Beiträge mit der AHV abrechnen ?

Grundsätzlich bezahlt jeder Arbeitnehmer Beiträge in dem Land, in welchem seine Tätigkeit ausgeübt wird. Bei nichterwerbstätigen Personen ist der Wohnort massgebend. Ausnahmen gibt es für Personen, die in ein Land gehen, das nicht der EU angehört und dort für einen Arbeitgeber in der Schweiz arbeiten. In diesem Fall wird empfohlen, sich vor der Ausreise bei der Ausgleichskasse zu melden. Personen in einem Land, das nicht zur EU gehört und die weiterhin Beiträge abrechnen wollen, sollen sich beim Schweizer Konsulat oder der Schweizer Botschaft melden und zwar im Jahr nach ihrer Ankunft im Ausland.

Ich bin Ausländer und habe zwanzig Jahre lang Beiträge bezahlt und kehre nun in mein Heimatland zurück. Werden mir die bezahlten Beiträge zurückerstattet ?

Die in der Schweiz geleisteten AHV/IV/EO-Beiträge werden an Rückkehrer in die EU nicht ausbezahlt. Gleiches gilt für Staaten, mit denen die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen hat. Mit allen übrigen Ländern ist eine Rückzahlung möglich. Der Versicherte muss sich dazu bei der Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf melden.

Ich bin 40 Jahre alt und habe festgestellt, dass ich im Alter zwischen 25 und 30 Jahren keine Beiträge abgerechnet habe. Kann ich die Beiträge nachbezahlen ?

AHV/IV/EO-Beiträge verjähren nach fünf Jahren. Die fehlenden Jahre führen zu einer Beitragslücke, die wahrscheinlich die zukünftigen AHV/IV-Renten verkleinern wird.

Ich bin 22 und habe kein Einkommen. Ich muss deshalb keine Beiträge bezahlen.

Jede Person muss vom 1. Januar an, der dem 20. Geburtstag folgt, Beiträge bezahlen. Die einzige Ausnahme betrifft verheiratete Personen, die nicht erwerbstätig sind und deren Ehepartner im Sinne der AHV erwerbstätig ist und mindestens den doppelten Mindestbeitrag von CHF 964.00 im Jahr bezahlt (gültig seit 1. Januar 2019). Fallen Sie nicht unter diese Ausnahmeregelung und erzielen kein Einkommen, müssen Sie Beiträge als Nichterwerbstätige bezahlen, welche von CHF 482.00 bis CHF 24'100.00 pro Jahr betragen können, je nach Vermögen und Renteneinkommen. Andernfalls könnte dies Ihre zukünftigen Leistungen der AHV oder IV verkleinern.

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Ich arbeite nicht, aber mein Ehepartner übt weiterhin eine Erwerbstätigkeit aus, obwohl er das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht hat. Bin ich weiterhin beitragsbefreit ?

Eine nichterwerbstätige Person ist von der Beitragspflicht befreit, wenn ihr Ehegatte eine Erwerbstätigkeit im Sinne der AHV ausübt und den doppelten Mindestbeitrag (CHF 964.00, gültig seit 1. Januar 2019) erzielt. Wenn der Ehegatte, der eine Erwerbstätigkeit ausübt, das ordentliche Rentenalter erreicht hat und diese Bedingung erfüllt, ist der nichterwerbstätige Ehegatte weiterhin von der Beitragspflicht befreit.

Ich bin 21, wohne im Kanton Bern und studiere in Neuenburg. Da muss ich doch die Beiträge bei der Ausgleichskasse des Kantons Bern abrechnen ?

Studenten bezahlen Beiträge an die Ausgleichskasse des Kantons, in welchem sich die Lehranstalt befindet. Das Sekretariat der Schule/Uni/Lehranstalt stellt der Kasse eine Liste aller Studierenden zu, welche der Beitragspflicht unterworfen sind. Die Ausgleichskasse ist dann für den Bezug der Minimalbeiträge besorgt.

Ich bin Student und man verlangt von mir CHF 482.00 Beiträge jährlich. Dabei habe ich doch in den Semesterferien gearbeitet. Kann das berücksichtigt werden ?

Der Minimalbeitrag von CHF 482.00 (gültig seit 1. Januar 2019) wird jedem Student ab 21 Jahren oder älter in Rechnung gestellt. Sofern der rechnungstellenden Ausgleichskasse ein Lohnausweis beigebracht wird, kann eine Anrechnung oder sogar die Annullation des zu bezahlenden Beitrags erfolgen. Ab einem abrechnungspflichtigen Bruttolohn von CHF 4'702.00 im Jahr wird die Rechnung gänzlich storniert.

Ich werde mich demnächst vorzeitig pensionieren lassen. Wieviel Beiträge muss ich bezahlen, damit sich meine zukünftige Rente nicht verkleinert ?

Die AHV ist keine Versicherung "à la carte". Niemand kann somit die Beiträge selbst festlegen, die zu zahlen sind. Erwerbstätige zahlen aufgrund ihrer Löhne, Selbständigerwerbende aufgrund des Einkommens und Nichterwerbstätige aufgrund des Vermögens und der in Vermögen umgerechnete Einkommen in Rentenform. Wenn Sie die Beiträge wissen wollen, die Sie bei vorzeitiger Pensionierung zu bezahlen haben, wenden Sie sich an Ihre Ausgleichskasse, da die Berechnung dieser Beiträge recht komplex ist.

Ich bin seit drei Monaten krank und mein Arbeitgeber zieht mir keine Beiträge mehr ab. Ist das üblich ?

Die AHV/IV/EO-Beiträge vom Lohn werden vom Bruttolohn berechnet. Wenn eine Person vorübergehend wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig ist, erhält sie Entschädigungen der Versicherung. Diese stellen keinen Lohn dar und sind deshalb nicht abrechnungspflichtig. Sofern diese Situation länger andauert, sollte sich der Arbeitnehmer an die Ausgleichskasse seines Wohnkantons wenden um eventuell als Nichterwerbstätiger erfasst zu werden, damit ihm keine Beitragslücken entstehen.

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Ich habe festgestellt, dass sich mein Arbeitgeber in grossen finanziellen Schwierigkeiten befindet. Können Sie mir versichern, dass er die Beiträge auch abliefert, die er mir abzieht ?

Jeder Versicherte hat das Recht, einen Auszug aus seinem individuellen Konto zu verlangen um nachzuprüfen, ob sein Arbeitgeber seine Löhne korrekt deklariert hat. Wenn der Arbeitgeber seiner Pflicht, die Beiträge zu bezahlen nicht mehr nachkommt, erleidet der Arbeitnehmer im Umfang der getätigten Abzüge keinen Nachteil.

Bestellung Kontoauszug - Online Antrag
Bestellung Kontoauszug - Schriftlichen Antrag

Ich bin schon im ordentlichen Rentenalter und arbeite noch. Mein Arbeitgeber zieht mir immer noch Beiträge ab. Ist das normal ?

Bei Personen, die das ordentliche Rücktrittsalter erreicht haben und noch weiterarbeiten, wird ein Freibetrag von CHF 1'400.00 monatlich vom Bruttolohn abgezogen und nur der Restlohn ist AHV/IV/EO-pflichtig. Diese Personen sind auch davon befreit, Beiträge an die Arbeitslosenversicherung abzurechnen.

Was passiert, wenn ich keine AHV-Beiträge bezahle ?

Die Ausgleichskasse wird Betreibungen einleiten, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Sofern Sie Leistungen der AHV oder IV beziehen, können Sie um monatliche Verrechnung ersuchen. Wenn letztlich Ihre Beiträge nicht oder nicht vollständig bezahlt sind, zieht dies eine lebenslängliche Kürzung Ihrer Rente nach sich.

Kann ich eine Betreibung löschen lassen ?

Die Ausgleichskasse des Kantons Bern zieht zu Recht erhobene Betreibungen grundsätzlich nicht nachträglich zurück.

Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) sieht in Artikel 8 vor, dass die Betreibungsämter ein Register zu führen haben, dessen Inhalt für Dritte beweiskräftig ist. Fehlerhafte Eintragungen werden von Amtes wegen und ohne Antrag der betroffenen Person korrigiert. Gemäss Artikel 8a SchKG können Dritte Auszüge anfordern, sofern Sie glaubhaft machen, dass sie daran ein Interesse haben. Das Amt hat allerdings Informationen nicht weiterzuleiten, wenn eine Betreibung nichtig ist, aufgrund einer Beschwerde oder eines Urteils aufgehoben worden ist, ein Schuldner mit einer Rückforderungsklage obsiegt hat oder der Gläubiger die Betreibung zurückgezogen hat. Dieses Einsichtsrecht erlischt 5 Jahre nach Abschluss des Verfahrens. Ist eine Person mit diesem Entscheid oder dessen Inhalt nicht einverstanden, so kann sie gemäss Artikel 17 SchKG innert 10 Tagen Beschwerde einreichen.

Für eine zu Recht eingeleitete Betreibung besteht deshalb kein Grund, diese nachträglich zurückzuziehen, als ob sie zu Unrecht eingeleitet worden wäre. Durch die Löschung einer zur Recht eingeleiteten Betreibung, wird der Wahrheitsgehalt des Betreibungsregisters verfälscht.

Ausnahmsweise und auf begründetes schriftliches Gesuch hin, zieht die Ausgleichskasse des Kantons Bern Betreibungen zurück, sofern es die erste Betreibung der Ausgleichskasse des Kantons Bern ist und auf dem Betreibungsregisterauszug innerhalb der letzten 2 Jahre ansonsten keine weiteren Betreibungen eingetragen sind. Der Betreibungsregisterauszug ist dem Gesuch beizulegen. Fehlt diese Beilage, wird das Gesuch weder behandelt noch beantwortet.