Direktauszahlung an die Krankenversicherer ab 1. Januar 2017

Wie hoch sind die Ergänzungsleistungen ?

Die Höhe des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen (EL) wird durch die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben bestimmt. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, besteht grundsätzlich Anspruch auf Ergänzungsleistungen in der Höhe dieser Differenz.
Im Zusammenhang mit der Auszahlung der Ergänzungsleistungen spielen vor allem folgende zwei Begriffe eine Rolle : die Durchschnittsprä-mie (DP) und die individuelle Prämienverbilligung (IPV).

Was ist die "Durchschnittsprämie" (DP)…

Die Durchschnittsprämie ist ein Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (inkl. Unfalldeckung), welcher in der Berechnung der Ergänzungsleistungen als Ausgabeposition berücksichtigt wird.
Die Höhe der Durchschnittsprämie wird jährlich vom Eidgenössischen Departement des Innern pro Kanton festgelegt, wobei der Kanton Bern in drei sogenannte Prämienregionen unterteilt ist.

…und was die "individuelle Prämienverbilligung" (IPV) ?

Die Prämienverbilligung ist ein Beitrag an die Krankenversicherungsprämie und soll Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen leben, finanziell unterstützen.
Der Kanton Bern ist bezüglich Prämienverbilligung - analog zur Durchschnittsprämie - in drei Prämienregionen unterteilt.

Besteht eine EL-Mindesthöhe ?

Die Ergänzungsleistungen sind im Minimum gleich hoch wie die IPV. Liegt der Ausgabenüberschuss - die Ausgaben sind höher als die Einnahmen - unter dem Betrag der IPV, so besteht dennoch Anspruch auf EL in der Höhe der IPV.

Wie werden die Ergänzungsleistungen ausbezahlt ?

Besteht Anspruch auf EL, wird der betroffenen Person nicht der gesamte Ausgabenüberschuss überwiesen. Ein Teil der EL wird direkt dem Krankenversicherer überwiesen und die betroffene Person erhält einen allfälligen Restbetrag.
Falls die effektive Prämienrechnung der Krankenversicherer höher liegt als jener Teil, welcher dem Krankenversicherer überwiesen wurde, wird der Krankenversicherer die Differenz der versicherten Person in Rechnung stellen. Umgekehrt verhält es sich, wenn die effektive Prämienrechnung tiefer liegt : In diesem Fall wird der versicherten Person die Differenz durch den Krankenversicherer ausgerichtet.

Was ändert sich ab dem 1. Januar 2017 ?

Bis zum 31. Dezember 2016 entspricht der Teil, welcher dem Krankenversicherer direkt überwiesen wird, der IPV.
Ab dem 1. Januar 2017 wird nicht mehr nur die IPV, sondern ein Betrag, welcher maximal der Höhe der DP entspricht, direkt dem Krankenversicherer ausbezahlt.
Diese neue Regelung führt zu keinem finanziellen Nachteil. In den meisten Fällen hat sie aber zur Folge, dass die Direktauszahlung an die Krankenversicherer erhöht wird und die versicherte Personen einen tieferen Restbetrag als bisher erhält.

Beispiele

Nachfolgend erklären wir Ihnen die Änderung anhand von Beispielen :
In unseren Beispielen gehen wir von einer erwachsenen Person in den Prämienregionen 1, 2 und 3 aus. Die Durchschnittsprämie beträgt ab dem 1. Januar 2017 :
- PR 1 : CHF 509.00 und die minimale EL CHF 221.00 pro Monat
- PR 2 : CHF 456.00 und die minimale EL CHF 196.00 pro Monat
- PR 3 : CHF 428.00 und die minimale EL CHF 183.00 pro Monat

Beispiel 1

Der EL-Anspruch ist kleiner als die minimale EL, welche dem IPV-Betrag entspricht (unter CHF 221.00 / CHF 196.00 / CHF 183.00).

    EL-Anspruch pro Monat Direktauszahlung an Krankenversicherer Auszahlung an versicherte Person
  davon IPV davon DP
Region 1 bis 31.12.2016 119.00 221.00 221.00 0.00 0.00
ab 01.01.2017 119.00 221.00 221.00 0.00 0.00
Region 2 bis 31.12.2016 119.00 196.00 196.00 0.00 0.00
ab 01.01.2017 119.00 196.00 196.00 0.00 0.00
Region 3 bis 31.12.2016 119.00 183.00 183.00 0.00 0.00
ab 01.01.2017 119.00 183.00 183.00 0.00 0.00

Beispiel 2

Der EL-Anspruch ist grösser als der IPV-Betrag (über CHF 221.00 / CHF 196.00 / CHF 183.00), aber kleiner als die Durchschnittsprämie (unter CHF 509.00 / CHF 456.00 / CHF 428.00).

  EL-Anspruch pro MonatDirektauszahlung an KrankenversichererAuszahlung an versicherte Person
 davon IPVdavon DP
Region 1bis 31.12.2016328.00221.00221.000.00107.00
ab 01.01.2017328.00328.00221.00107.000.00
Region 2bis 31.12.2016328.00196.00196.000.00132.00
ab 01.01.2017328.00328.00196.00132.000.00
Region 3bis 31.12.2016328.00183.00183.000.00145.00
ab 01.01.2017328.00328.00183.00145.000.00

Beispiel 3

Der EL-Anspruch ist grösser als der IPV-Betrag (über CHF 221.00 / CHF 196.00 / CHF 183.00) und die Durchschnittsprämie
(über CHF 509.00 / CHF 456.00 / CHF 428.00).

  EL-Anspruch pro MonatDirektauszahlung an KrankenversichererAuszahlung an versicherte Person
 davon IPVdavon DP
Region 1bis 31.12.2016972.00221.00221.000.00751.00
ab 01.01.2017972.00509.00221.00288.00463.00
Region 2bis 31.12.2016972.00196.00196.000.00776.00
ab 01.01.2017972.00456.00196.00260.00516.00
Region 3bis 31.12.2016972.00183.00183.000.00789.00
ab 01.01.2017972.00428.00183.00125.00544.00