COVID-19 - Entschädigung für Erwerbsausfall bei Massnahmen gegen das Coronavirus

27.05.2021

Am 26. Mai 2021 beschloss der Bundesrat, die Massnahmen gegen Covid-19 weiter zu lockern. Diese Änderungen werden am 31. Mai 2021 in Kraft treten.

Personen, welche vollständig geimpft sind oder die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben und genesen sind, müssen sich innert sechs Monaten nicht in Quarantäne begeben, wenn sie mit einer infizierten Person Kontakt hatten. Zudem entfällt die Kontaktquarantäne während der Ausübung der beruflichen Tätigkeit und auf dem Arbeitsweg für Mitarbeitende in Betrieben, in denen die Person gezielt und repetitiv getestet wird.

Ab dem 31. Mai 2021 können Restaurationsbetriebe unter Einhaltung des Schutzkonzeptes ihre Gäste auch im Innenbereich bewirten. Bis und mit 31. Mai 2021 haben die versicherten Personen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz infolge Betriebsschliessung. Ab dem 1. Juni 2021 können Restaurationsbetriebe den Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz infolge massgeblicher Einschränkung der Erwerbstätigkeit geltend machen.

Weiter hat der Bundesrat beschlossen, die zulässige Personenzahl bei Veranstaltungen vor Publikum zu erhöhen. Ab dem 31. Mai 2021 sind bei Veranstaltungen in Innenräumen höchstens 100 Personen als Publikum (Besucherinnen und Besucher) erlaubt, bei Veranstaltungen in Aussenbereichen höchstens 300. Die für die Besucherinnen und Besucher verfügbaren Sitzplätze dürfen höchstens zur Hälfte besetzt werden. Die Personenbegrenzung gilt auch für Veranstaltungen zur politischen Meinungsbildung sowie bei religiösen Veranstaltungen. Diese Änderungen haben keine Auswirkung auf die Corona-Erwerbsersatzentschädigung, weil das allgemeine Veranstaltungsverbot weiterhin gilt und die meisten Veranstaltungen bereits annulliert wurden.

Schliesslich hat der Bundesrat beschlossen, die Massnahmen für besonders gefährdete Personen bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Daher wird der Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz für besonders gefährdete Personen bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Geimpfte Personen gelten nach der vollständigen Impfung nicht mehr als besonders gefährdet. Die Frist von 15 Tagen nach der zweiten Impfdosis wurde gestrichen.

Wer hat Anrecht auf eine Entschädigung ?

  • Selbstständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und deren Ehepartner/Partner, die ihren Betrieb wegen kantonales- oder Bundesebene festgelegten Massnahmen schliessen müssen.
  • Selbstständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und deren Ehepartner/Partner, die vom Veranstaltungsverbot betroffen sind oder deren Veranstaltung wegen kantonales- oder Bundesebene festgelegten Massnahmen abgesagt wurde.
  • Selbstständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und deren Ehepartner/Partner, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus massgeblich einschränken (entspricht einem deutlichen Umsatzverlust im Vergleich zum durschnittlich erzielten Umsatz der Jahre 2015 bis 2019) müssen und im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges Einkommen von mindestens CHF 10'000.00 erzielt haben.
    Für den Anspruch auf die Entschädigung sind folgende Umsatzrückgängen massgebend:
    - Schwelle von 55% vom 17. September bis 18. Dezember 2020;
    - Schwelle von 40% vom 19. Dezember bis 31. März 2021;
    - Schwelle von 30% ab 1. April 2021.  
    Wer im Monat Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 40% aber weniger als 55% vorweisen kann, hat ab 19. Dezember 2020 Anspruch auf eine Entschädigung auf dieser Grundlage. Für den Umsatzrückgang wird der ganze Monat berücksichtigt. Wer im Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 55% vorweisen kann, hat für den ganzen Kalendermonat Anspruch auf die Entschädigung.
    Wir stellen Ihnen eine Excel-Tabelle zur Verfügung, mit der Sie den prozentualen Anteil Ihres durch die Pandemie verursachten Umsatzverlustes berechnen können >> Berechnungsblatt 30, 40 oder 55%
  • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist aufgrund einer vorübergehend Schliessung der Einrichtung oder aufgrund von Quarantäne unterbrechen. Das gleiche gilt für Eltern von Jugendlichen über 12 Jahre und bis 20 Jahre mit einer Beeinträchtigung, die nicht mehr in eine Eingliederungsstätte oder eine Sonderschule gehen können.
  • Personen, die wegen einer Quarantänemassnahme aufgrund von Kontakt mit einer positiv getesteten Person und sie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen. Personen, welche vollständig geimpft sind oder die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben und genesen sind, müssen sich innert sechs Monaten nicht in Quarantäne begeben, wenn sie mit einer infizierten Person Kontakt hatten. Diese Personen haben keinen Anspruch auf eine Corona Erwerbsatzentschädigung.
  • Arbeitnehmer und Selbstständigerwerbende, die zur Kategorie der gefährdeten Personen gehören, sofern sie ihre Erwerbstätigkeit nicht von zu Hause aus ausüben können und deshalb eine Unterbrechung ihrer Beschäftigung erleiden. Geimpfte Personen gelten nach der vollständigen Impfung nicht mehr als besonders gefährdet. Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest beizulegen, welches der antragsstellenden Person die Zugehörigkeit zur Gruppe der besonders gefährdeten Personen bescheinigt.

Die Zulage ist subsidiär. Das heisst, wenn die berechtigte Person bereits Leistungen aus einem anderen Sozial- oder Privatversicherungssystem erhält oder wenn sie ihren Lohn weiterhin bezieht, hat sie keinen Anspruch auf diese Zulage.

Mitarbeiter, die eine Vergütung für Kurzarbeits- und Schlechtwetterentschädigungen erhalten, haben keinen Anspruch auf diese Zulage.

Dauer des Anspruchs auf eine Entschädigung

Sämtliche Leistungen, die auf der Grundlage der bis zum 16. September 2020 geltenden Verordnung gewährt werden, enden automatisch an diesem Tag. Personen, die auf die unten aufgeführten Situationen zutreffen, müssen bei ihrer Ausgleichskasse einen neuen Antrag einreichen:

Selbstständigerwerbende bei Betriebsschliessung
Der Anspruch für die gesamte Dauer der Schliessung.

Veranstaltungsverbot
Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Der Anspruch endet grundsätzlich, wenn die Massnahme aufgehoben wurde.

Selbständigerwerbende oder Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus massgeblich einschränken
Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Der Anspruch endet grundsätzlich, wenn kein Erwerbsausfall mehr vorliegt.

Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Kinderbetreuung nicht mehr gewährleistet ist
Der Anspruch beginnt am 4. Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Dreitägige Wartezeit). Der Anspruch endet grundsätzlich, wenn eine Betreuungslösung gefunden, die Quarantänepflicht aufgehoben oder die Betreuungseinrichtung wieder geöffnet wurde

Behördlich angeordnete Quarantäne
Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, für einen Zeitraum von maximal 10 Tagen. Ab dem 8. Februar 2021 ist die Corona-Entschädigung auf 7 statt 10 Taggelder begrenzt.

Arbeitnehmer und Selbstständigerwerbende, die zur Kategorie der gefährdeten Personen gehören, die ihre berufliche Tätigkeit unterbrechen müssen 
Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, frühestens jedoch am 18. Januar 2021. Der Anspruch endet, sobald die gefährdete Person wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen kann oder vollständig geimpft ist, spätestens jedoch am 30. Juni 2021.

Anmeldung und Merkblatt

Es ist möglich, dass das Antragsformular aufgrund sehr hoher Nachfrage (Serversättigung) nicht geöffnet werden kann. In diesem Fall versuchen Sie es bitte später noch einmal oder nutzen Sie die Version in PDF-Format.

Die Formulare sind per E-Mail an corona(at)akbern.ch oder per Post bis spätestens 31. Dezember 2021 zu senden.

Fragen und Antworten

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) passt die Fragen und Antworten zur Corona Erwerbsersatzentschädigung ständig an.